Argumente

  • Die Postkunden würden künftig nicht mehr vom ausgebildeten Fachpersonal in gewohnter Professionalität und Diskretion betreut, sondern von Migros-Mitarbeitenden bedient. Das mag für kleine Siedlungen ein gangbarer Weg sein, der damit verbundene Abbau der postalischen Dienstleistungen ist aber für die Einwohner der drittgrössten Gemeinde Liechtensteins inakzeptabel.

  • Die aktuell verkehrstechnisch optimal erschlossene Post mit voller Infrastruktur, einer Parkplatzsituation, welche ausschliesslich den Postkunden zur Verfügung steht, grosszügigem Paketumschlag und Postfachbedienung sowie dem Drive-thru-Briefkasten mit Leerung bis Schalterschluss, all das und mehr wäre am neuen Standort nicht mehr vorhanden und ein grosser Verlust an Service für uns Kunden.

  • Die Erschliessung beim geplanten Migros-Standort würde vorwiegend über die bereits hochfrequentierte Dorfstrasse (Quartierstrasse!) erfolgen. Die Kundenfrequenz der Triesner Post bewegt sich, mit Schalterkunden und Postfachbedienung, bei täglich rund 550 Personen. Der damit einhergehende Strassenverkehr würde am geplanten Standort den Schulweg aus mehreren Quartieren tangieren. Auch für die Anwohner würde dies eine massiv grössere Emissionsbelastung und allem voran ein unverantwortbares Gefahren- und Unfallpotenzial für Schüler und Fussgänger bedeuten.

  • In den derzeitigen Bauplänen ist das bescheidene, für die Post vorgesehene Areal als Shop/Dienstleister eingetragen. Mit der oben erwähnten täglichen Kundenfrequenz der Post wäre die verkehrsmässige Belastung aber um ein Vielfaches höher, als dies bei einem durchschnittlichen gewerblichen Dienstleister der Fall wäre.

  • Derzeit liegt noch keine Betriebs-/Baubewilligung für den Postausbau im „Sunnamarkt“ vor. Diese müsste im Rahmen einer Planänderung nachträglich erteilt werden. Gemäss Art. 83 Abs. 3 Baugesetz und Art 61 Abs. 2 der Bauverordnung müsste deshalb unserer Meinung nach zumindest ein neues Verständigungsverfahren eingeleitet werden. Sie sollten dies auch in Ihrer Eigenschaft als zuständiger Bauminister überprüfen lassen.

  • Die Liechtensteinische Post AG hat im Jahr 2019 einen Gewinn von rund 4 Millionen Franken erwirtschaftet. Wir erlauben uns zu hinterfragen, ob es wirklich erstrebenswert ist, diesen Gewinn weiter zu optimieren, wenn dadurch Dienstleistungsqualität und Kundenzufriedenheit reduziert werden.